Kurzfristiges Wachstum, neuer Einbruch
2011 begann vielversprechend. Im Zuge der angeblichen wirtschaftlichen Erholung nahm die Nachfrage nach Gewerberäumen in der ersten Jahreshälfte deutlich zu. Bis zu den Sommermonaten. Seither ist die Bereitschaft von Unternehmen, in Wohnraumbeschaffung zu investieren, erneut eingebrochen. Insgesamt wurde im vergangenen Jahr jedoch etwas mehr an Fläche abgenommen als 2010.
Angebot nimmt nicht ab
Die verstärkte Nachfrage hat nicht zu einer Abnahme des Angebots geführt, weil schlichtweg ein Teil der Nachfrage durch den Neubau gedeckt wurde und ein Teil aus dem Ersatzbedarf besteht. Das strukturell hohe Angebot ist nicht die Folge einer viel zu geringen Nachfrage, sondern besteht vor allem aus Firmengebäuden, die sich nicht für Betriebsprozesse und Unternehmensaktivitäten eignen.
Knappheit an guten Gebäuden, Mieten erholen sich leicht
Trotz der Krisenstimmung haben die Mieten 2011 eine leichte Tendenz zur Erholung gezeigt. Bemerkenswert, weil die Ansicht vorherrscht, dass der Abschwung überwiegt. Die auflebende Nachfrage hat jedoch dazu geführt, dass in manchen Segmenten, wie z. B. von qualitativ hochwertigen Logistikräumen erneut Knappheit herrscht. Daher werden für lukrative Gebäude auch marktkonforme Preise bezahlt. Im Segment der kleinmaßstäbigen Gewerberäume und der Sammelgebäude ist gerade die entgegengesetzte Tendenz zu erkennen, mit einem steigenden Angebot und durchschnittlich niedrigeren Mieten.
Weniger Fokus auf Neubau
Die Gefahr eines stark steigenden Leerstands ist im Gewerberaummarkt kleiner, als manchmal unterstellt wird. Das Neubau-Volumen wird in den kommenden Jahren nämlich - unter anderem aufgrund einer starken Einschränkung bei der Vergabe von Betriebsstandorten - erheblich niedriger liegen. Der Staat richtet sich an private Investoren, um in den Gewerberaummarkt einzusteigen. Die Frage ist, ob dies einen Effekt haben wird. Investoren ziehen sich gerade auf den traditionellen, erkennbaren Investitionsmärkten zurück. Damit wird es sehr schwierig, eine der wichtigsten Bedingungen für den Erfolg der künftigen Industriegelände-Politik zu erfüllen.