Trends auf dem niederländischen Wohnungsmarkt 

Wohnungspreise erneut gefallen, weitere Senkung in Sicht
Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist 2011 erneut gesunken. Gleichzeitig ist die Zahl der Wohnungen, die auf dem Markt angeboten wird, weiter gestiegen. Dadurch ist der Preis unter einen immer stärkeren Druck geraten. Im letzten Jahr sank der Durchschnittspreis für eine Eigentumswohnung bereits um durchschnittlich 2 %. In diesem Jahr muss mit einer Senkung von ca. 3 % gerechnet werden.

Angst und neue Normen
Das Stocken der Nachfrage nach Eigentumswohnungen wird von zwei Aspekten bestimmt: Die unter den Verbrauchern herrschende, große Angst vor langfristigen finanziellen Verpflichtungen, u. a. vor dem Hintergrund des Kaufkraftverlusts und der wachsenden Arbeitslosigkeit. Und – gerade um die Verbraucher davor zu schützen - strengere Normen bei der Gewährung von Darlehen.

Vorübergehende Maßnahmen versus Langzeitprobleme
Um den Bann zu brechen, werden vor allem vorübergehende Stimulierungsmaßnahmen angewendet, um Verbraucher zu überzeugen. Damit hat sich das Blatt jedoch nicht gewendet. Die Frage ist außerdem, ob solche Maßnahmen einen ausreichenden Impact haben, um die Langzeitrisiken auszuschalten, denen die Verbraucher zurzeit ausgesetzt sind.

Mehr Lust auf Mietwohnungen
Jahrzehntelang ist der Besitz von Eigentumswohnungen ständig gestiegen. Jetzt nimmt jedoch das Interesse für Mietwohnungen wieder zu. Zum ersten Mal seit Jahren. Vielleicht handelt es sich dabei um eine vorübergehende Belebung, aber zurzeit entscheiden sich Verbraucher eher für kurzfristige Sicherheit als für langfristige finanzielle Verpflichtungen. Genossenschaften sind der gestiegenen Nachfrage nicht gewachsen, unter anderem weil sie gezwungen sind, sich auf ihre ursprüngliche Aufgabenstellung zu besinnen. Das kann möglicherweise dazu führen, dass sie 'gezwungen' werden, einen Teil ihres Besitzes zu verkaufen. Deutlich ist, dass das Angebot nicht ausreicht, um die Nachfrage nach einer bezahlbaren Mietwohnung erfüllen zu können.

Weniger Neubau, Anzeichen von Knappheit
Die sinkende Nachfrage im Kaufsektor und das steigende Angebot vorhandener Eigentumswohnungen hat eine Abnahme der Neubauproduktion zur Folge. Projektentwickler, Wohnungsbaugenossenschaften und Bauunternehmer passen Projekte im großen Maßstab an, was zu weniger hohen Anzahlen und kleineren Projekten führt. Inzwischen steigt die Zahl der Haushalte jährlich, was in manchen Segmenten bereits jetzt zur Knappheit führt. Beispielsweise ist dies bei den Unterkünften für Studenten und Senioren der Fall.

Richtige Zeit für Veränderungen
Trotz des Pessimismus, der den niederländischen Wohnungsmarkt beherrscht, bietet gerade die aktuelle Situation Gründe, eine Reform und Umgestaltung durchzuführen. Positiv ist, dass sich die Wahlmöglichkeiten für Wohnungssuchende verbessert haben. Das zwingt Anbieter von Wohnungen (Architekten und Investoren) mehr denn je dazu, viel kundenorientierter zu handeln.


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